Schmerz

Die unstillbare Gier

 

Diesen Song unglaublich eindrücklich in der Interpretation von Steve Barton! Ich höre ihn immer noch - ohne ihn zu hören. Vor einigen Wochen real im Musical gehört und nun, er lebt in mir, wie ein Parasit ...

Und ich frage mich, womit füttere ich ihn in mir ?

Ist es die Gier hier ? Die Gier in Joys Gässchen? Meine? - die der anderen? Was hält mich hier noch auf der Suche  in dieser Stadt JoyCity? In einer Stadt, in der so viel Trug und Lug herrscht, Gier nach immer mehr und neuer Haut. Aber auch so viel Einsamkeit, die mich, wenn ich dem Menschen dann real begegne, nicht mehr los lässt. Die Frage so mancher Männer nach Karriereaufstieg - und nun, was habe ich erreicht?

Und ich selbst? Was habe ich erreicht? Im Leben? Und wo stehe ich hier? In dieser Stadt der dunklen Gässchen,  aber auch der Stadt mit den gemütlichen Bars und wenigen sonnigen Plätze - diese Plätze, die nur Insider kennen, die Geheimtips sind und selten weitergegeben werden, damit sie nicht unter Überbevölkerung leiden, wie die dunklen Ecken, an denen man Brechts Engel trifft. Die sonnigen Plätze, an denen man sich offen, frei und ehrlich begegnet, sich nicht mit dem Mantel der Dunkelheit nur einer Nacht bedeckt. So viele Plätze, Gassen habe ich hier nun schon gesehen, wurde überall angesprochen, war alleine oder zu zweit unterwegs. Oft überfällt mich dieses Gefühl - nichts wir raus aus dieser Stadt! ich verliere mich darin, alle zerren an mir, tausend Hände grabschen aus den dunklen Winkeln nach mir, schwarz behandschuht. Sie versuchen mich auszusaugen bis nur eine  leere Hülle zurück bleibt. Und dieses sich dessen Erwehren, den Weg zurück an die anderen Plätze, er fordert immer wieder so viel Kraft.

Bin auch ich der Gier erlegen? Immer mehr, immer neue Menschen, immer wieder interessante Menschen kennen zu lernen? Dieser unstillbaren Gier, die so oft Leere zurück lässt und nur kaltes feuchtes Feuer entfacht.

Aber irgendwo in Joys City - da müsste sie doch sein, die Flamme, an der ich mich entzünde und lichterloh brenne und glühe, bis ich endlich Asche bin ...

 

schon vor einigen Wochen auf einem bestimmten Forum veröffentlicht und heute nun etwas adaptiert hier ...

Wandlung

Ein Leben

es verläuft in normalen Bahnen
man gewöhnt sich daran
es ist gut
es gibt Geborgenheit
es schenkt Sicherheit
auch wenn nicht alles perfekt ist

die Bahnen beginnen zu schwimmen
Ebbe und Flut
Gezeiten
Stürme wo sonst Windstille

alte Wege werden überflutet
neue Wege entstehen
der Weg teilt sich
und nun muss er vorerst allein begangen werden

es muss ein Wollen aus dem Müssen werden

eine neue Reise
ein neues Ziel?

wenn man das Ziel nicht sieht
geht man oft Umwege
stürzt ab
verletzt sich
verliert die Orientierung

manchmal hilft ein Fragen nach dem Weg
manchmal ein Spazierstock
manchmal ein Begleiter

ein neuer Weg
er fordert

Wille
Mut
Kraft
Ausdauer
Geduld

vor allem muss man einen Schritt
nach dem anderen setzen

und den Blick öffnen
für die Schönheiten am Rand

oft verborgen und erst
nach dem zweiten Schauen
erkennbar

ein neues Leben

wenn man sich auf dem Weg erkennt
sich selbst begegnet
und 
sich liebt.

Hoffnung

für SANDRA CARMEN 17. 12. 2014

Pulsieren gebrochene Herzen?

Pulsieren gebrochene Herzen?

ein Herz

mehrfach gebrochen
zersplittert
es fehlen Stücke
es bilden sich scharfe Kanten

eingefroren in Eis
damit es zusammenhält
es pocht im Eis
schimmert wie ein Kristall

fragil
durchscheinend
glitzernd wie ein See
tiefgründig wie das Meer

einzigartig

sein Pulsieren im Eis
ein leises Klingen
eine Woge
immer wieder rein gewaschenen Blutes

erfreue dich an dem Anblick
nichts ist verborgen
alles liegt vor dir

sieh genau hin
in die Tiefen
höre sein leises Anklopfen

nimm es
wärme es
bis das Eis schmilzt

trage es behutsam
setze Stücke von Dir hinein
stolpere nicht

der nächste Bruch
könnte der letzte sein

umhülle es
sonst rinnt es dir
aus der Hand
und
zerfliesst


 

Nackt

Nackt zeige ich meinen Körper
Entblösse Schichten meiner Seele
Vor anderen
Vor mir selbst
entdecke sie
häute mich 
wie eine Zwiebel
Schicht um Schicht

locke mit meinem Profil
reize mit meinem Körper
schmeichle mit meiner Seele

und heute Nacht
schenkt mir
ein Mann
Sein Gedicht
Für MICH

entblösst sich
zeigt sich nackt
zeigt sich verletzlich

oh weh
so viel Tiefe
so viel Gefühl

wünscht mich durch die Spirale
seines Schneckenhauses in SICH 

und ICH
ICH kann nicht
einmal mehr
kann ich NICHT

ich möchte seine Nacktheit
bedecken
möchte sie vor mir verbergen
möchte ihn umhüllen
mit einem betäubenden Balsam
damit er 
den Messserstich
durch sein Herz
nicht spürt

und einmal mehr

zeige ich mich nackt

 "So sehr wir auch ablegen, was wir tragen, wir gelangen nie zur Nacktheit, denn die Nacktheit ist ein Phänomen der Seele und nicht des Kleiderablegens."

Fernando Pessoa

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