KunstRäume

Eine spezielle Ausstellung - Spuren sicht- und hörbar gemacht, man darf sich kreativ beteiligen, darf sie betasten, erFühlen ! Sie interessiert mich! Nichts wie hin, obwohl es mir eigentlich nicht so wohl ist. Mein Herz, immer wieder bricht es und manche Männer meinen es mit billigem Silikon kitten zu können. Ein Trugschluss, wie so oft im Leben. Qualität hat einfach ihren Preis. Bevor ich mich auf den Weg mache, reisse ich das Zeugs raus und nehme statt dessen dieses BlutRote Coeursett.

Ausnahmsweise keine Schlange an der Kasse, Eintritt frei - Das Leben hat für Dich beZahltsteht gross über dem EinGang. Na wunderBar. Drinnen, nobody außer mir. Unzählige Bilder liegen durcheinander auf dem Boden. Puristisch! Wie war das? Alles im Leben hat seinen Preis, auch eine AusStellung, welche nichts kostet. Ordnung soll ich machen. Nun ja, eines meiner SpezialGebiete.  

Erst einmal versuche ich beWusst diese RaumAtmosphäre wahrzuNehmen, zu erSpüren. Ein Raum mit nur einem Fenster, oben in der Kuppel, gross und etwas verschmutzt, wie solche hohen Fenster meist sind. Noch mehr als andere vom Wetter geZeichnet. Aber eine unglaublich schöne Form, wie ein Weg in den Kosmos weisend. Ansonsten Wände dezent leicht getönt, in verschiedenen Farben und einige Säulen bis hoch zur Kuppel. Der Raum hat etwas Heimeliges, aber auch so eine diffuse Schwingung, ein GeFühl eines schwankenden Bodens.

Fast der ganze Boden ist mit diesen Fotos bedeckt, ich ziehe meine Schuhe aus und taste mich barfuss sachte weiter. Wie soll ich auswählen, wo beginnen? Ich laufe vorsichtig über diese Papierflut mit geschlossenen Augen und spüre in mich. Es fühlt sich an wie auf Wolken, als ich so darüber schreite. Da! Ein Stich mitten in den Fuss. Ich bleibe stehen. Das Bild eines schönen Mannes, ein sehr männlich wirkender Mann. Das Foto muss schon älter sein. Ein wirklich äusserlich schöner Mann, aber sein Blick, er verHeisst etwas Brodelndes, unHeimliches. Erst jetzt entdecke ich ganz hinten im Raum einen Ansammlung von Rahmen. Ein ganz simpler, aber breiter fällt mir ins Auge, fast ein Kasten. Ich nehme den Rahmen und dieses Foto, lege es hinein, schliesse die hintere Abdeckung und als ich das Ganze umdrehe, um das Foto nochmals anzusehen, ist es  zerfallen. Es liegen nur noch Papierbrösel im Rahmen. All das Bedrohliche dieses Menschen ist entSchwunden. Der Raum  - er wird plötzlich heller. Ich lehne diesen Rahmen ganz unten an die von mir weit entfernteste Säule. 

ErLeichtert laufe ich wieder über die Fotos, tänzelnd, beSchwingt. Sie lösen Kitzeln, Streicheln, Wärme an meinen FussSohlen aus. Wärme, die in mir hochsteigt, durch meine Beine, durch meinen Schoss, durch alle meine Zellen, Herz und Kopf. Wie beSchwipst lege ich mich auf diese Bilder und ziehe eines hervor. Welch gütiges verschmitztes Gesicht. Eine ältere Frau, kleine zierliche Gestalt, vom Leben gezeichnet  - aber welche LebensLust, welcher FrohSinn, welch ein Schalk in diesem Gesicht. Sie erhält ihr Zuhause in einem goldigen Rahmen. Und Ihr Platz ist im Zentrum des Raumes in der Mitte einer Säule und als ich das Bild dort aufhänge, klingt es durch den Raum "du bist ein Sonnenschein". Die Stimme, sie weckt Erinnerungen, ich glaube, sie zu kennen. Ein GeFühl unglaublicher Geborgenheit durchströmt mich.

Und nun geht mir die Arbeit leicht von der Hand. Die Fotos, sie werden freudig sortiert, 3 schöne junge Männer, zusammen lachend, welch ein Anblick. Sie scheinen glücklich und zufrieden zu sein, frohgeMut durchs Leben schreitend. Sie gehören zusammen, sie müssen an eine Säule. Zusammen mit dem Foto eines ganz besonderen Mannes. GlücksGefühle und grosse Dankbarkeit hüllt diese Säule ein.

Andere Fotos, sie zeigen Männer und Frauen, mal lachend - mal ernst. Auch Menschengruppen in fröhlicher Runde.

Ich rahme und verteile im Raum. Und alle sind irgendwie untereinander verwoben. Alle Fotos befestige ich so, dass unsichtbare Fäden hin und her gesponnen werden können. Es wird lichter, leichter im Raum.

Nun liegen noch zwei Dinge am Boden. Eine Mappe und ein Buch. Die Mappe ist gefüllt mit Fotos von einzelnen Männern. Im Buch, das eine Widmung enthält,  liegt das Bild eines Mannes. Irgendwie passt beides in der ersten WahrNehmung so gar nicht in diesen Raum. Was mache ich damit? Papierkorb hat es keinen. Der Versuch, ob sie zerfallen in einem Rahmen wie dieser erste Mann, er scheitert. Nein sie verändern sich nicht. Die Fotos an sich - sie sind anders als alle anderen, wie mit einer Software bearbeitet. Irgendwie scheinen gewisse Schichten versteckt zu sein. Nein, ich möchte sie nicht rahmen. Sie fallen sozusagen aus dem Rahmen. Keine VerNetzung untereinander, bunt zusammen gewürfelt und doch haben sie wohl etwas gemEinsam. Kein Rahmen, eine Schnur ... Sie müssen wohl flattern, schweben können. Der Rahmenstapel wurde durch eine Schnur zusammengehalten, sie liegt noch dort. Ich nehme sie und bohre ein kleines Loch in das FotoHerz jedes Fotos und reihe alle diese Bilder auf und befestige sie zwischen den äussersten Säulen.

 

Und nun der Boden ist leer, frei für Neues, was da kommen mag. Und das KuppelFenster, es leuchtet blutrot in der AbendSonne. Ich hole tief Luft und mein Coeursett ... die Haken reissen aus, mein Herz, es sprengt es. Nun braucht es  keine Stütze mehr. Es pocht BlutRot und ruhig in sich verbunden in mir.

Die Kunst der InnenRaumGestaltung. Diese AusStellung werde ich wohl öfter heimSuchen.

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