Nur ein Hauch

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Liebster ...

... trunken von dir steige ich aus dem warmen Wasser. Du hast mich erfüllt, ausgefüllt, umgeben. Dich in mir ergossen bis zum Zusammenfliessen unserer Säfte. Ich glühe von deiner unerschöpflichen Herzenswärme, spüre noch immer deine Nähe - das Gleiten deiner Hände auf mir. Du bist allgegenwärtig und doch meilenweit  entfernt.

Um deinen Hals hängt nun eine feine goldene Kette, daran eine kleine Amphore. Sie ist verschlossen mit einem Korken. Darin bin ICH. Wann immer du mich willst, wenn du mich brauchst, wenn deine Begierde sich ins Unermessliche steigert, es dich nach mir gelüstet, dann nimm den Korken und ziehe ihn sachte hinaus. Ich werde um dich, in dich strömen - durch alle deine Poren und Öffnungen und dich erfüllen, deinen Hunger stillen - wie und so oft es dir be-LIEBT.

Und wenn du müde von mir bist, ohne mich sein möchtest, dann umfasse  das Fläschchen mit deiner Hand und hauche hinein und ich versinke darin bis zum nächsten Öffnen. Und eines Tages, wenn du meiner überdrüssig geworden bist, so fahre mit mir ans Meer. Öffne dort die Amphore und lasse mich behutsam in das Wasser fliessen, dass ich mit den Wellen gleiten kann, bevor ich dich ein letztes Mal mit einem Lächeln ansehe und beschenke, um dann  hinter dem Horizont Eins zu werden mit der Unendlichkeit...

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